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Payment Services Directive II (PSD II)

Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen im europäischen Zahlungsverkehrsraum.

1. Management Summary


Die Directive on Payment Services II (PSD II) der EU zur Regulierung von Zahlungsdienstleistern ist am 12.01.2016 in Kraft getreten. Dabei haben die EU-Mitgliedsstaaten zwei Jahre Zeit, die Richtlinie in das jeweilige nationale Recht zu integrieren.

Die PSD II ist eine überarbeitete Fassung der PSD aus dem Jahr 2007, welche die rechtlichen Rahmenbedingungen für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum festlegt. Die EU hat bei der Entwicklung der PSD II fünf klare Ziele definiert:

  • Die Ermöglichung eines einheitlichen und effizienteren europäischen Zahlungsverkehrsmarktes
  • Die Gewährleistung gerechter Wettbewerbsbedingungen im Zahlungsdienstleistungsbereich
  • Die Erhöhung der Sicherheit bei elektronischen Zahlungen
  • Die Erhöhung des Konsumentenschutzes
  • Die Förderung von geringeren Kosten bei elektronischen Zahlungen

Die PSD II-Richtlinie bezieht sich auf Zahlungsdienstleistungen in der Europäischen Union und deren Informationspflichten bei Zahlungen aus Drittländern oder in Drittländer. In diesem Bereich beschränkt sie sich auf elektronische Zahlungen. Andere Zahlungsmethoden fallen nicht unter diese Richtlinie.

Die PSD II ermöglicht den EU-Mitgliedsstaaten mehr Rechte bei der Überwachung und Ermittlung in Bezug auf Finanzdienstleister als die PSD. Nationalen Behörden ist es nun möglich, regelmäßige Berichte von Zweigstellen und Vertretern eines Unternehmens im eigenen Land zu fordern und die Einrichtung eines zentralen Kontaktortes zur ordnungsgemäßen Kommunikation zu veranlassen.

Vor allem große Kreditinstitute sollen mithilfe der neuen Richtlinie mehr Informationen mit anderen Unternehmen teilen müssen und mehr Auskünfte über ihre Gebühren und Konditionen bei internationalen Transaktionen bereitstellen.

Es ist zu erwarten, dass aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen im Finanz- und Zahlungsdienstleistungssektor große Veränderungen bei den Dienstleistern eintreten werden. Vor allem Zahlungsauslösedienste und Kontoinformationsdienste könnten aufgrund der neuen Bestimmungen bei der Weitergabe von Informationen zu einer größeren Konkurrenz für Kreditinstitute werden.

Kreditinstitute könnten im Bereich der elektronischen Zahlungen bzw. der Onlinedienste starke Einbußen bei den Marktanteilen verzeichnen, falls sie sich nicht in geeignetem Maße auf die neue Wettbewerbsrealität einstellen.

Mit der Einführung der PSD II-Richtlinie sollen neben der Erweiterung des Verbraucherschutzes insbesondere der Wettbewerb, die Effektivität und die Innovationen im Zahlungsverkehr gefördert werden, dabei ist Handlungsbedarf aller Akteure gefordert, beispielsweise in der Anpassung der IT-Systeme und der Überarbeitung der Prozesse der angebotenen Zahlungsdienste.

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